Datum: 7. September 2026 um 23:56 Uhr
Alarmierungsart: Digitaler-Meldeempfänger, Sirene
Einsatzart: Brandbekämpfung > B3
Einsatzort: Bad Pyrmont, Drakestraße
Einsatzleiter: S. Dressler
Mannschaftsstärke: 110
Einheiten und Fahrzeuge:
- Stadtfeuerwehr Bad Pyrmont: Drohne , ELW 1 , KdoW , StBM , StPW
- Freiwillige Feuerwehr Bad Pyrmont: DLAK 23/12 , ELW , GW-L , HLF 20 , LF 16/12 , MTW
- Freiwillige Feuerwehr Holzhausen: GW-L1 , LF 10/6 , MTW , TLF 3000
- Freiwillige Feuerwehr Hagen: HLF 20 , KdoW , TLF 3000
- Freiwillige Feuerwehr Löwensen: TSF
- Freiwillige Feuerwehr Thal: TSF-W
- Technisches Hilfswerk OV Hameln: Fachberater
- BALW , KBM
Einsatzbericht:
In der Nacht von Montag auf Dienstag wurden die Feuerwehren Bad Pyrmont, Holzhausen und die Einsatzstellenhygiene sowie das Team ELW um kurz vor Mitternacht mit dem Stichwort „B2 AY: Wohnung“ zu einem gemeldeten Wohnungsbrand in die Drakestraße alarmiert.
Bereits auf der Anfahrt ließ der Stadtbrandmeister aufgrund der Vielzahl der bei der Leitstelle eingegangenen Notrufe das Alarmstichwort nur wenige Minuten später auf „B3 AY: Wohnung“ erhöhen und weitere Einsatzkräfte zur Einsatzstelle alarmieren.
Beim Eintreffen der ersten Kräfte bestätigte sich die gemeldete Lage, eine Wohnung im oberen Bereich des mehrgeschossigen Wohngebäudes stand in Vollbrand, das Feuer hatte bereits auf den Dachbereich übergegriffen. Unverzüglich leiteten die Besatzungen des Hilfeleistungslöschfahrzeugs der Feuerwehr Bad Pyrmont und des Löschgruppenfahrzeugs der Feuerwehr Holzhausen die Menschenrettung sowie die Brandbekämpfung im Gebäude ein. Insgesamt mussten 15 Personen aus dem Gebäude gerettet werden. 13 Personen konnten durch den zu diesem Zeitpunkt noch nicht verrauchten Teil des Treppenhauses ins Freie gebracht werden. Aufgrund der starken Rauch- und Brandausbreitung in den oberen Bereichen war dieser Rettungsweg für zwei weitere Personen nicht mehr nutzbar. Sie mussten über die Drehleiter gerettet werden. Zunächst wurde eine Person auf der Vorderseite des Gebäudes über die Drehleiter der Feuerwehr Bad Pyrmont in Sicherheit gebracht. Anschließend setzte die Drehleiter auf einen rückwärtig gelegenen Parkplatz um, von dort aus konnte eine weitere Person unmittelbar aus der Brandwohnung gerettet werden.
Aufgrund der Anzahl der betroffenen Personen wurde gegen 00:17 Uhr ein Massenanfall von Verletzten (MANV) ausgelöst. Alle 15 geretteten Personen wurden durch den Rettungsdienst betreut, zwei von ihnen wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus transportiert. Zeitgleich wurde die Drehleiter der Feuerwehr Lügde zur Unterstützung nachgefordert. Nach Abschluss der Menschenrettung konzentrierten sich die Maßnahmen auf die weitere Brandbekämpfung. Hierzu wurde der Brand sowohl von der Vorder- als auch von der Rückseite des Gebäudes über die beiden Drehleitern bekämpft. Auch gingen mehrere Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung im Gebäude vor, aufgrund der fortgeschrittenen Brandausbreitung und der damit verbundenen Gefahrenlage mussten sich die im Innenangriff befindlichen Einsatzkräfte zwischenzeitlich aus dem Gebäude zurückziehen. Im weiteren Einsatzverlauf erfolgten erneut mehrere Innenangriffe zur Brandbekämpfung und für umfangreiche Nachlöscharbeiten.
Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde gegen 00:36 Uhr über das Modulare Warnsystem (MoWaS) eine Warnung für die Bevölkerung veranlasst. Zeitgleich wurde das Team der Kleiderkammer der Stadtfeuerwehr nachalarmiert. Dieses stellte zusätzliche persönliche Schutzausrüstung bereit, damit Einsatzkräfte nach dem Ablegen ihrer im Brandeinsatz kontaminierten Schutzkleidung unmittelbar neu ausgestattet werden konnten. Eine wichtige Aufgabe übernahm hierbei auch die Hygieneeinheit bestehend aus den Feuerwehren Löwensen und Thal. Sie stellte die Einsatzstellenhygiene sicher und sorgte dafür, dass eine Verschleppung von Brandrauch und anderen an der Einsatzstelle aufgenommenen Schadstoffen so weit wie möglich vermieden wurde. Im weiteren Verlauf zeichnete sich ein zusätzlicher Bedarf an Atemschutzgeräteträgern ab, sodass gegen 01:46 Uhr die Feuerwehr Hagen zur Unterstützung nachalarmiert wurde. Zur Sicherstellung des umfangreichen Atemschutzeinsatzes war zudem der Gerätewagen Atemschutz/Strahlenschutz der Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont vor Ort. Dort konnten die verbrauchten Atemluftflaschen der eingesetzten Atemschutzgeräteträger fortlaufend gegen gefüllte Flaschen ausgetauscht werden. Bei einer Einsatzstärke von insgesamt rund 110 Einsatzkräften kam auch der Versorgung der eingesetzten Kräfte eine wichtige Bedeutung zu. Die Versorgungsgruppe der Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont stellte hierfür während des lang andauernden Einsatzes Getränke und Verpflegung bereit.
Die Brandstelle wurde während der Lösch- und Nachlöscharbeiten wiederholt von innen mittels Wärmebildkamera kontrolliert. Zusätzlich kam von außen eine Drohne zum Einsatz, um insbesondere die schwer einsehbaren Bereiche des Gebäudes und des Dachstuhls kontrollieren zu können. Im weiteren Verlauf wurde der Dachstuhl von der Drehleiter aus unter Verwendung von Netzmittel in Absprache mit der UWB benetzt. Gegen 07:00 Uhr konnte schließlich „Feuer aus“ gemeldet werden. Im Anschluss folgten weitere Kontroll-, Aufräum- und Rückbaumaßnahmen sowie die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft. Neben den eingesetzten Feuerwehren und dem Rettungsdienst waren auch die Polizei sowie ein Fachberater des Technischen Hilfswerks an der Einsatzstelle. Als Vertreter des Rathauses waren zudem Bürgermeister Klaus Blome und Fachgebietsleiter Lars Klemme vor Ort um die Unterbringung der betroffenen Bewohner sicherzustellen.
Bildquelle: Zwei entsprechend gekennzeichnete Aufnahmen stammen von Marko Klose, der im Rahmen des Einsatzes für die Öffentlichkeitsarbeit der Kreisfeuerwehr Hameln-Pyrmont vor Ort war.




